Klassische Führungsmodelle behindern die Digitalisierung

Klassische Führungsmodelle behindern die Digitalisierung

Viele Schweizer KMU’s orientieren sich an klassischen Führungsmodellen und werden in Folge der Überalterung von Führungsmitgliedern und dem Festhalten an traditionellen Führungsstrukturen den Anschluss an die Digitalisierung Ihrer Unternehmung verpassen.

Begründung
In über 15 Jahren Erfahrung in der Informatik von Unternehmungen und der Begleitung von zahlreichen Projekten der Büroautomatisierung sowie diversen Einführungsprojekten von ERP- und CRM-Lösungen habe ich festgestellt, dass viele Unternehmen in der Schweiz nicht bereit sind, den Bau von Schnittstellen an Ihre Produkte zuzulassen. Wenn diese Unternehmen dennoch eine Anbindung zulassen, ist diese meistens auf einen kleinen Bereich beschränkt. Bevor Schnittstellen gebaut werden die einem Fremdsystem den Zugriff gewähren, wird zuerst versucht, selbst ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, selbst dann, wenn dieses nicht zum eigenen Portfolio passt. Dies dauert in der Regel zu lange. Softwareanbieter welche über moderne Lösungen mit offenen Schnittstellen und standardisierte Vorgänge verfügen, werden als Konkurrenz, nicht aber als Partner angesehen.

Diese Erfahrungen habe ich auch im Rahmen des Projekts “Reseller Aufbau” der Netkom IT Services gemacht. In diesem Projekt wird den IT KMU’s aufgezeigt, wie sie ohne grossen Lernaufwand ihren Kunden, professionelle Cloud-Produkte anbieten können. Der Kundenkontakt und der Firstlevelsupport wird dabei durch sie sichergestellt und der Support von Netkom IT Services dient lediglich als Ausfallsicherheit. Diese Mehrwerte werden in persönlichen Gesprächen zwar anerkannt, statt aber auf eine Zusammenarbeit zu setzen, arbeiten die Unternehmen weiter an eigenen Lösungen.

Eine fundamentale Feststellung ist dabei: Das Durchschnittsalter von Verwaltungsorganen liegt bei 61 Jahren. In vielen Gesprächen mit Betroffenen habe ich herausgehört, dass sie eigentlich keine Veränderung in einem gut funktionierenden Betrieb möchten. Selbst dann, wenn dieser Betrieb nach hierarchischen Unternehmensrichtlinien von vor 100 Jahren aufgebaut wurde. Viel zu gross ist die Angst, kurz vor der Pension, etwas Falsches zu entscheiden. Viele dieser Führungskräfte wissen zudem nicht genau, was die Digitalisierung für Ihre Unternehmung bedeutet. Der Leidensdruck, etwas zu verändern, ist zu gering, denn die Unternehmung, auf welcher der persönliche Wohlstand begründet liegt, läuft doch einigermassen rund. Ausserdem ist die Angst davor, durch eine Verflachung der Strukturen an Einfluss in der Unternehmung zu verlieren, gross. Dies spiegelt sich nach meiner Meinung auch in der Frauenquote in den Verwaltungs- und Führungs-Organen wider.

Schlussfolgerung
Für eine agile Digitalisierung benötigt es nebst der Anpassung von Unternehmenskulturen, -strukturen und -strategien auch eine einheitliche Sprache in der Technologielandschaft, die zugleich von jüngeren und älteren Führungskräften verstanden wird.

Es wird zudem Software benötigt, die auf technischer Ebene eine Standardisierung ermöglicht und mittels gebräuchlicher Protokolle zu einer Vereinfachung bestehender Prozesse beitragen kann.

Auf der empathischen und sozialen Ebene benötigt es ein Umdenken in den Führungsebenen. Dies gilt in Bezug auf die Wahrnehmung der eigenen Unternehmung, der Verwendung von Technologien aber ganz besonders auch für die Gleichstellung von Mann und Frau.

Nur unter Berücksichtigung dieser Faktoren können Gefahren und Risiken frühzeitig erkannt und in Chancen umgewandelt werden.

Weitere Infos: www.cdo4you.ch

By |2018-09-15T11:06:32+00:0015. 09 2018|Digital|

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